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pixelwerft klärt auf

Website-Umzug: so gelingt die Migration ohne Ausfälle

Ein Umzug ist technisch kein Hexenwerk – aber in der Praxis voller Stolpersteine. Wer unvorbereitet vorgeht, riskiert Downtime, verlorene E-Mails oder SEO-Einbussen.

Ein Website-Umzug betrifft selten nur die Website. Dahinter hängen in der Regel E-Mail-Postfächer, DNS-Zonen, Formulare, Tracking-Integrationen und Redirects – und alles davon kann beim falschen Timing zur Fehlerquelle werden.

Dieser Beitrag zeigt eine bewährte Vorgehensweise aus unserer Projektpraxis: strukturiert, risikoarm und kontrolliert. Der Leitfaden passt für Umzüge vom Homepage-Baukasten zu Craft CMS oder Odoo, vom alten Shared-Hosting zum Hosting oder bei einem Relaunch mit neuer Plattform.

Website-Umzug – von A nach B, begleitet von pixelwerft

Analyse vor dem Umzug

Bevor irgendetwas umgestellt wird, muss klar sein, was überhaupt betroffen ist. Wir arbeiten dafür mit drei Blickwinkeln:

  • Welche Dienste sind betroffen? Website-Hosting, E-Mail, DNS – jedes dieser drei Systeme hat eigene Abhängigkeiten und Umstellungsrisiken.
  • Welche Systeme hängen daran? Formulare, Tracking (GA4, Matomo, Meta-Pixel), externe Dienste, CRM- oder Shop-Integrationen.
  • Welche Inhalte müssen übernommen werden? Seiten, Medien, SEO-relevante URLs, Meta-Daten und strukturierte Daten.

Ziel ist eine vollständige Liste aller Abhängigkeiten – damit während der Migration keine Überraschungen auftauchen.

Grundprinzip

Drei Leitsätze tragen durch den ganzen Prozess:

  • DNS ist die zentrale Steuerung. Wer das DNS kontrolliert, steuert, wohin Website und E-Mail fliessen.
  • Website und E-Mail immer getrennt migrieren. Gleichzeitige Umstellung beider Dienste ist der häufigste Auslöser für Downtime und Mailverluste.
  • Zuerst stabilisieren, dann umstellen. Neue Umgebung steht und läuft, bevor der Produktiv-Traffic geschaltet wird.

Das bewährte 8-Schritte-Vorgehen

In der Praxis hat sich folgende Reihenfolge etabliert. Jede Karte fasst einen Schritt zusammen:

1. Infrastruktur vorbereiten

  • IST-Zustand dokumentieren: bei wem liegen Website, Mail, DNS heute? Der DNS-Analyser macht das in zwei Sekunden.
  • Neues Hosting (z. B. Green) bereitstellen.
  • E-Mail-Backups erstellen (z. B. im mbox-Format).
  • Domain beim neuen Anbieter erfassen — falls auch transferiert wird, Auth-Code rechtzeitig anfordern (1–7 Werktage Vorlauf).
  • DNS-Zone vorbereiten – aber nicht aktivieren.
  • TTL der bestehenden Records 24–48 h vor dem geplanten Switch auf 300 senken — schnellerer Rollback im Notfall.

Website und E-Mail zeigen weiterhin auf den alten Anbieter. Die neue Umgebung steht im Hintergrund bereit.

2. DNS übernehmen

  • DNS-Zone vollständig spiegeln: A, AAAA, CNAME, MX, TXT (SPF, Verifikations-Tokens), CAA — kein Eintrag darf vergessen gehen, sonst fällt beim NS-Switch etwas aus.
  • Nameserver auf den neuen Anbieter umstellen.
  • A- und MX-Records zeigen weiterhin auf die alten Systeme.
  • Falls Cloudflare als Proxy aktiv: orange Wolke pro Eintrag bewusst setzen, sonst zeigt der A-Record nicht auf den echten Origin-Server.

Ergebnis: das DNS läuft neu über den Zielanbieter, Website und E-Mail bleiben unverändert erreichbar. Kein Nutzer merkt etwas.

3. E-Mail migrieren (kritisch)

  1. Liste aller aktiven Postfächer, Aliase und Verteiler erstellen — auch alte/private Adressen prüfen, an denen oft Banking-Logins, Newsletter oder Behörden hängen.
  2. Mail-Konten beim neuen Anbieter erstellen, möglichst mit identischen Adressen.
  3. IMAP-Sync starten (z. B. mit imapsync, MailStore oder Thunderbird-Drag-and-Drop) — vor dem MX-Switch laufen lassen.
  4. SPF, DKIM und DMARC korrekt setzen — DMARC fehlt oft, ist aber das Sicherheitsnetz gegen Domain-Spoofing.
  5. MX-Eintrag auf den neuen Anbieter umstellen.
  6. Senden und Empfangen ausführlich testen.
  7. Optional: Weiterleitung beim alten Anbieter einrichten.
  8. Temporäre Abwesenheitsmeldung aktivieren – unten findest du eine Mustervorlage.

Ziel: kein Mailverlust während der Umstellung.

4. Website bleibt vorerst unverändert

Die alte Website läuft weiter über ihren bisherigen Anbieter. Das DNS zeigt bewusst noch dorthin. Keine Downtime, keine gleichzeitigen Risiken – der Mail-Switch darf sich in Ruhe stabilisieren, bevor die Website dran ist.

5. Neue Website vorbereiten

  • Subdomain anlegen, z. B. web.meinedomain.ch.
  • Subdomain auf die neue Plattform zeigen (Craft, Odoo, Shopify …).
  • Bei CMS-Umzug: Versionen dokumentieren — CMS-Version, PHP-/Node-Version, Datenbank-Engine, Plugin-Liste. Auf der Zielumgebung müssen gleichwertige oder neuere Versionen laufen.
  • Konfigurations-Dateien separat sichern: wp-config.php, .env, AdditionalConfiguration.php & Co. Sind oft nicht im Backup.
  • Bei Walled-Garden-Plattformen (Wix, Jimdo, Squarespace): Inhalte manuell sichern und auf neuer Plattform neu aufbauen — ein 1:1-Export ist nicht möglich.
  • Website vollständig testen: Mobile, Performance, SSL, Formulare, Tracking.

Erst wenn die Subdomain-Version einwandfrei läuft, geht es an den Finalschritt.

6. SEO vorbereiten

  • Redirects definieren: alte URLs → neue URLs (per 301).
  • Umsetzung direkt im neuen CMS oder Webserver – nicht erst in der Search Console.
  • XML-Sitemap aktualisieren und bereitstellen.

Saubere Redirects sind die wichtigste SEO-Massnahme beim Umzug – sie retten Rankings und Backlinks.

7. Finaler Switch

  • A-Record auf die neue Website zeigen lassen.
  • CNAME für www ebenfalls anpassen.
  • SSL-Zertifikat auf der neuen Plattform ist bereit.
  • Switch zu einer Tageszeit setzen, in der der Support beider Anbieter erreichbar ist — nicht spät abends, am Wochenende oder kurz vor Feiertagen.
  • Nach dem Switch TTL der Records wieder hochziehen (auf 3600 oder höher).

Das ist der eigentliche Go-Live der Website.

8. Nachkontrolle

  • Website erreichbar? HTTPS korrekt? Formulare funktionieren?
  • E-Mail weiterhin stabil, Spam-Score sauber?
  • DMARC-Reports prüfen — kommen 24–72 h nach Cutover und zeigen, ob etwas durch SPF/DKIM fällt.
  • Monitoring aktiv: Google Search Console, Server-Logs, Performance-Tools.
  • Nach 24–72 h erneut prüfen, nach 1 Woche stichprobenartig.
  • Bei Auffälligkeiten gezielt nachbessern – Redirects, Meta-Daten, Bilder-Pfade.

E-Mail-Migrations-Dienste: das Rad nicht neu erfinden

Die rein technische Mail-Migration – Postfächer, Ordnerstrukturen, Adressbücher und Kalender von A nach B spiegeln – ist stumpfsinnig, zeitintensiv und fehleranfällig, wenn man sie selbst per IMAP-Sync baut. Spezialisierte Dienste übernehmen den Transfer automatisiert. Ein paar Empfehlungen aus der Praxis:

  • Audriga – der de-facto-Standard im DACH-Raum. Überträgt IMAP, Exchange, Microsoft 365, Google Workspace samt Kalender und Kontakten. Viele Schweizer Hoster – unter anderem Hostpoint – setzen direkt auf Audriga, oft als White-Label unter eigener URL.
  • Integrierte Migrations-Assistenten beim Ziel-Hoster. Infomaniak hat ein eigenes Tool. Microsoft 365 bringt den Migration Manager mit, Google Workspace den Data Migration Service. Lohnt sich, wenn das Ziel ohnehin eine dieser Plattformen ist.
  • imapsync – das Open-Source-Kommandozeilen-Tool für IMAP-zu-IMAP-Transfers. Solide, battle-tested und kostenlos, aber ohne Komfortschicht und mit einer steilen Lernkurve – für technisch versierte Teams.

Unser Tipp: Frag beim Ziel-Hoster nach, ob ein Migrationsdienst enthalten ist. Bei vielen ist er kostenlos oder im Paket dabei – und spart dir Stunden Handarbeit an einem der kritischsten Punkte im Umzug.

Muster-Abwesenheitsmeldung während der Migration

In der kritischen Phase der E-Mail-Umstellung lohnt sich eine klare Ansage an deine Kontakte:

Wir stellen aktuell unsere E-Mail-Umgebung um. Sollte Ihre Anfrage nicht innert 48 Stunden beantwortet werden, bitten wir Sie, diese erneut zu senden. In dringenden Fällen erreichen Sie uns unter …

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Website und Mail gleichzeitig umstellen. Zwei Baustellen, zwei Fehlerquellen.
  • Fehlende SPF-/DKIM-Records. Deine Mails landen sonst im Spam-Ordner oder werden abgewiesen.
  • Keine Redirects. Alte URLs laufen ins 404 – Google und Besucherinnen gleichermassen verloren.
  • SSL nicht vorbereitet. Am Go-Live-Tag mit «Unsicher»-Warnung live zu gehen, kostet Vertrauen.
  • DNS nicht sauber gespiegelt. Wenn beim neuen Anbieter MX, SPF oder DKIM fehlen, geht der Mail-Switch schief.

Best Practice in vier Sätzen

  • Mail immer zuerst migrieren.
  • Website erst am Schluss umstellen.
  • DNS zentral kontrollieren.
  • Migration in zwei Phasen durchführen – nie beide Systeme gleichzeitig.

Fazit

Ein Website-Umzug ist kein einzelner Schritt, sondern ein kontrollierter Prozess. Wer sauber trennt – Mail stabilisieren, Website getrennt migrieren, DNS bewusst steuern – reduziert das Risiko praktisch auf null.

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Manuel Thaler – pixelwerft GmbH

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Ob Relaunch mit neuer Plattform, Anbieterwechsel oder ein Umzug mitsamt Mail-Infrastruktur – wir begleiten Migrationen von der Analyse über die DNS- und Mail-Stabilisierung bis zum Go-Live und dem Monitoring danach. Besonders bei produktiven Systemen lohnt sich eine saubere technische Begleitung.

ahoi@pixelwerft.ch

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